Geschichte der Orgel

Der Kern der heutigen Gertrud-Orgel geht auf das Jahr 1936 zurück und wurde von der Orgelbaufirma Klais (Bonn) im Gemeinschaftssaal der Provinzial-Feuerversicherung“ (damals Friedrichstraße) gebaut und im Februar 1937 eingeweiht.

Dieses Instrument stand bis 1972 bei der Provinzial, wurde dann aber wegen eines Umbaus an die Kirchengemeinde St. Maria Rosenkranz in Düsseldorf-Wersten verkauft. Nachdem deren Pläne mit der Orgel jedoch nicht einzuhalten waren, wurde das Instrument im Frühjahr 1973 an die Kirchengemeinde St. Gertrud verkauft und hier nach Aufbau durch die Firma Opitz aus Witten (einem früheren Mitarbeiter von Klais) 1977 eingeweiht.

Bei diesem Umbau wurden in Beratung durch den damaligen Domorganisten Prof. Zimmermann 15 Register des ursprünglichen Instrumentes übernommen und 7 neu gebildet.

Damit enthält das Instrument bis heute eine beachtliche Nähe zum Ursprungsintrument und zählt damit zu einem spannenden Zeugnis der Orgelbaukunst der 30er Jahre: so gibt es eine Reihe von Registern, die dem romantischen Klangideal der Jahrhundertwende verhaftet sind, wie etwa die Flöten. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Reihe von Registern, wie etwa dem Scharff, die bereits deutlich auf die Orgelbewegung hinweisen. Diese Nähe zum Ursprung zeigt sich in der historischen Disposition von 1936:

Original-Disposition 1936

HauptwerkSchwellwerkPedal
Quintadena 16′Holzflöte 8′Untersatz 32′ (akustisch)
Principal 8′Salicional 8′Subbass 16′
Rohrflöte 8′Principal 4′Zartbass 16′ (aus I)
Octave 4′Querflöte 4′Octavbass 8′
Quinte 2 2/3Schwegel 2′Gedacktbass 8′ (Transmission)
Waldflöte 2′Sesquialter IIBassoctave 4′ (Transmission)
Mixtur IVCymbel III – IVFlachflöte 2′ (Transmission)
Krummhorn 8′Trompete 8′Bombarde 16′ (aus II)
 Tremulant 

Hatte Gerhard Opitz 1977 noch den orignialen Spieltisch von 1936 als fahrbaren Spieltisch übernommen, wurde dieser 1982 von der Orgelbaufirma Weimbs (Hellenthal) durch den heutigen ersetzt. Hier wurde den zwei Manualen ein drittes Koppelmanual hinzugefügt, welches automatisch die anderen beiden Manuale zusammenfasst und dadurch mit dem gleichen Pfeifenmaterial deutlich mehr Möglichkeiten schafft.

In den folgenden Jahrzehnten wurden mehrfach Veränderungen vorgenommen, so dass sukzessive das heutige Bild des Instrumentes entstanden ist: etwa wurde 2001 das Krummhorn durch eine Oboe ersetzt oder 2002 die Pedalmixtur durch eine Trompete.

Somit enthält das Instrument heute einen der Größe der Kirche angemessenen Charakter, der gleichzeitig aber seine Ursprünge und Wurzeln in den 1930er bewahrt.